| Verlag | Archiv | Aktuelle Ausgabe | Leserbriefe |
|
Letzte Schlagzeilen So laeuft das also - Friday, Aug. 11, 2006 Sport Wat? Ich?? Redaktionsanschrift humbi@diaryland.com Die Randnotitz Anscheinend liest niemand meine Randnotizen. Oder irre ich mich? Meine Diaryrings
Don`t speak German? |
To absent friends Friday, Jul. 28, 2006 - 08:22 Als ich gestern abend mit einem alten Freund telefonierte und ihm meine beruflichen Veränderungen erzählte, fiel mir auf, wie sehr mir meine alte Stelle doch schon am A... vorbei geht - und das nach nur drei Wochen. Ist doch schon erstaunlich: Wenn man Wochenende oder gar Urlaub hat, bleibt man geistig immer noch ein wenig im Büro. Bei mir zumindest war das selbst nach 14 Tagen Urlaub noch so. Der Job war sehr zeitsensibel (Aktion X muss zum Termin Y gemacht werden), und dieser Rhythmus liess sich selbst in der Freizeit nur schwer abschütteln. Jetzt bin ich den Job los und, was die vergangene Zeit seitdem angeht, mein Gefühl könnte sich die Situation immer noch als Urlaub schönreden, aber der befürchtete und erwartete unterbewusste Verbleib im alten Rhythmus ("Oh, es ist Mittwoch, 18.30 Uhr, jetzt muss das und das gemacht sein.") ist eigentlich so gar nicht aufgetaucht. Erstaunlich. Vermutlich liegt das daran, dass ich da nicht wieder hin muss. Ich brauche mir die alten Routinen nicht ständig ins Gedächtnis zu rufen, weil sie diesmal tatsächlich das sind: alte Routinen. Nicht mehr aktuell. Unwichtig. Find' ich irgendwie lustig. Und auch der Kollegenkreis - der in dieser Firma immerhin noch ganz ok war - entschwindet genauso unbemerkt und wie selbstverständlich aus dem Gedächtnis. Erstaunt mich immer wieder, sowas: Da sitzt man an die 50 Stunden die Woche mit diesen Leuten zusammen, sieht sie somit meist öfter als den eigenen Bekanntenkreis und nimmt zwangsweise Anteil an zumindest einem guten Teil ihres Lebens, und sobald man aus dem Betrieb ausgeschieden ist, ist man auch die los. Da merkt man dann wieder, dass man eigentlich nur für Geld mit diesen Menschen zusammen war, auch wenn das jetzt abwertend klingt und gar nicht so gemeint war. Die Tatsache, dass man im Berufsleben mit Person X zu tun hat (und vielleicht sogar gut mit dieser kann) ist im Grunde genommen reiner Zufall. Man ist da, und Person X ist auch da. Dann ist man wieder weg. Auch gut. Die täglichen Scherz-Emails, die meine ehemaligen Kollegen sich untereinander schicken, kommen auch nur noch in Ausnahmefällen bis zu mir durch. Das ist alles in Ordnung so. Es geht mir da, wo ich momentan bin, gut. Mein Versuch, in freiberufliche Gefilde durchzustarten beginnt zumindest sehr vielversprechend: Bisher zwei Zeitschriftenartikel verkauft und geschrieben und sogar einen Auftrag für ein Sachbuch erhalten, daneben bislang zwei Konzepte für weitere Sachbücher entwickelt, mit denen ich Klinken putzen gehe, sobald das eine Buch fertig ist. Und der Heftroman, den ich seit Jahren mal testweise schreiben wollte, ist auch noch auf der To-do-Liste. Es sind all die Dinge, die ich mir in den letzten 2,5 Jahren morgens im Bus so zusammengeträumt habe, als sich mein Hirn nicht mit der Tatsache anfreunden wollte, die nächsten acht bis x Stunden im Stress zu verbringen: Ich könnte doch auch das und das schreiben und bei dem und dem anfragen. Jetzt mache ich genau das. Und es fühlt sich gut an.
|