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Seltsame Gedanken am Ende eines seltsamen Tages Sunday, Jan. 15, 2006 - 21:21 Wie ich gerade beim natürlich absolut narzistischen googlen meines eigenen Namens feststelle (hey, mich langweilt - okay?), existiert in einer Kleinstadt weiter nördlich ein exakter Namensvetter, der ein Zulieferungswerk einer Firma für Fahrradteile leitet. Wie geil ist das denn?? Ich wünschte momentan wirklich, ich könnte alle Verlinkungen, die Google ausspuckt und die wirklich auf mich selbst verweisen, verschwinden lassen. Dann bliebe ja nur noch der Fahrradmann übrig. Und dann stelle man sich mal vor, irgendeine Person aus meiner Vergangenheit (ich denke bevorzugt an ehemalige Schulkollegen, die man aus den Augen verloren hat - da gibt es bei mir einige) kommt irgendwann mal auf die Idee, via Internet herausfinden zu wollen, was wohl aus mir geworden ist. Und landet dann bei dieser Fahrradfabrik, die ich angeblich leite. 'tschuldigung, aber den Gedanken find' ich einfach herrlich. Zum Brüllen. Wenn man bedenkt, dass ich bisher partout nicht auf Klassentreffen gehe (ich halte sowas für nur mäßig kaschierte Penisvergleiche, aber das gehört jetzt nicht hierher), wäre es doch umso geiler, wenn die Leute plötzlich der Meinung wären, ich alte Schülerzeitungssocke hätte so dermaßen die Branche gewechselt, dass ich nun in der Fahrradindustrie steckte. Fahrräder! Ich kann ja noch nicht einmal Fahrrad fahren, geschweige denn welche zusammenbauen. *** Speaking of Personen aus der Vergangenheit: Heute mittag hatte ich auf dem Koblenzer Hauptbahnhof (ich war in Köln auf einem BAP-Konzert gewesen) ein eher unschönes Erlebnis, als ich völlig ahnungslos in eine alte Freundin aus Mainzer Studienzeiten lief. Ich hatte sie seit dem Examen nicht mehr gesehen, nur so am Rande und über fünf Ecken überhaupt mitbekommen, dass sie die Stadt wohl verlassen habe, und das war's eigentlich gewesen. Aus den Augen verloren, wie das eben so passiert. Und heute mittag laufe ich auf dem Koblenzer Hauptbahnhof, friedlich an einer Ditsch-Brezel mampfend, meinem Anschlusszug nach Mainz entgegen, als in der Unterführung zu den Gleisen auf einmal ein blondes Wesen in mein Blickfeld gerät, das mich seltsam lange ansieht (sonst hätte ich es, glaube ich, selbst in all dem Zug-Bekomm-Wahnsinn um mich herum gar nicht wahrgenommen). Interner Beobachtungssensor meldet also: Wir werden angesehen. Also sehe ich zurück und nach anfänglichem Nichterkennen stellt sich besagtes Wesen zumindest mal optisch als meine gute alte KSD heraus. Das ganze hat jetzt etwa fünf Sekunden gedauert, bis (auch?) ich sie erkannte. Aber bevor ich dieses Wissen irgendwie anwenden konnte, wandte sie ihren Blick auch schon wieder ab und stiefelte weiter ihren bereits eingeschlagenen Weg Richtung Ausgang des Bahnhofs entlang - also genau dahin, wo ich nicht hinging. Und das war's auch schon gewesen, mein Wiedersehen mit einer lieben, aus den Augen verlorenen Freundin. Es ärgert mich, dass ich ihr nicht nachgelaufen bin. Hätte ja auch noch einen späteren Zug nehmen und mit ihr noch einen Kaffee trinken gehen können, so sie denn Zeit gehabt hätte. Aber irgendein kleiner Duckmäuser in mir war von ihrem plötzlichen (?) Wieder-Wegsehen so verwirrt worden, dass er ihr die Chance gewähren wollte, so zu tun, als sei nichts gewesen und als hätten wir uns nicht erkannt. Oder als seien wir gar nicht die, für die wir uns (wohl) gegenseitig gehalten hatten. Wie bescheuert. Stattdessen stieg ich also pünktlich in meinen Zug und dachte mir, dass ich nun zumindest weiß, wo sie abgeblieben ist. Und dass sie, so sie es denn wirklich war und sie mich denn wirklich erkannt hat (was ich allerdings beides glaube), eher wegschaut und geht, als Hallo zu sagen. Und ich sie lasse. Eine gute alte Freundin. Mir ist klar, dass Menschen seltsam sind. Aber warum muss ich das auch sein? Und warum kommt mir jetzt in diesem Moment der Gedanke, dass KSD mich irgendwann in einigen Jahren mal googlen könnte, und sich dann mit der vermeintlichen Erkenntnis versieht, ich leite eine Fahrradteilfirma im Norden? Der Gedanke gefällt mir nicht. Ehrlich.
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